Schottergärten zu begrünten, klima- und umweltfreundlichen Flächen gestalten

08.09.2020

 Mit dem Antrag „Insektenfreundliches Bad Sassendorf“ flankiert die CDU Bad Sassendorf das gemeindliches Förderprogramm zur Vorgarten-, Dach- und Fassadenbegrünung. 

Gefördert werden soll die Begrünung von aktuell befestigten Vorgärten (Kies, Pflaster, Asphalt etc.), die Begrünung von Dächern und die Begrünung von Fassaden und sonstigen Bauwerken (Mauern, Zäune etc.).

Die Kosten für die Maßnahmen von Privaten, Gewerbetreibenden, Vereinen, Verbänden und Organisationen sollten bis zu 80 % gefördert. Die Förderhöchstsummen könnten z.B. bei

•          Dachbegrünung 15.000 €,

•          Fassadenbegrünung 15.000 €,

•          Vorgartenbegrünung 2.000 € betragen.

Ziel ist es, den aktuellen Trend zu Schottergärten umzukehren und einen neuen Trend hin zu begrünten, klima- und umweltfreundlichen Grundstücksgestaltung zu unterstützen.

 

 

In den letzten Wochen und Monaten ist viel passiert, um unsere Gemeinde insektenfreundlicher weiterzuentwickeln. Als Beispiele seien hier genannt:

•          Auf Initiative der Landwirtschaft wurde ein Runder Tisch Insektenschutz mit heimischen Experten eingerichtet und zahlreiche (freiwillige) Blühflächen für Wildblumen von Privatpersonen, Landwirten, Vereinen und der Gemeinde angelegt,

•          in einer Verteilaktion wurden Dank engagierter Sponsoren fast 2.000 insektenfreundliche Stauden an Privathaushalte verteilt,

•          es wurden mit Unterstützung heimischer Garten-/Landschaftsbaubetriebe insektenfreundliche Musterflächen im Kurpark angelegt,

•          die Gemeinde ist auf Antrag der CDU dem Netzwerk KommBio „Kommunen für biologische Vielfalt“ beigetreten und

•          zuletzt wurde die Gemeinde gemeinsam mit dem Kreis und anderen Städten und Gemeinden als Teilnehmerkommune für das vom Bund geförderte Projekt „Rückgewinnung und ökologische Optimierung kommunaler Flächen – Schaffung neuer Lebensräume für Insekten“ ausgewählt.

 

Insofern kann festgestellt werden, dass es in unserer Gemeinde auch ohne die Ausrufung eines sog. Klimanotstands gelungen ist, dass sich unsere Gemeinde pragmatisch klima- und insektenfreundlich entwickelt hat und es gelungen ist, bereits einen Großteil der gesellschaftlichen Gruppen zu erreichen und zum Mitmachen zu motivieren.

Die CDU gibt sich mit diesem Fortschritt nicht zufrieden und ist der Meinung, dass bei diesem Thema noch mehr gehen kann und gehen muss. Klar ist für die CDU aber auch, dass Verbote dabei allein nicht weiterhelfen, sondern die Motivation zum freiwilligen Engagement immer im Vordergrund stehen und zuvorderst genutzt werden muss.

 

Die CDU möchte diesen Weg nach dem Vorbild anderer Städte und Gemeinden daher konsequent weiter beschreiten und einen Anreiz schaffen, um Immobilienbesitzer für noch mehr Klima- und Insektenschutz vor der eigenen Haustür zu motivieren und beantragt daher:

Der Rat möge im Zuge der Beratungen zum Haushalt 2021 beschließen:

•          Die Gemeinde richtet ein Förderprogramm zur Begrünung von Vorgärten, Dächern und Fassaden in Höhe zunächst von 2021 bis 2023 mit jährlich mindestens 75.000€ ein.

•          Die Verwaltung wird beauftragt nach Fördermitteln Ausschau zu halten, um das o.g. Fördervolumen entsprechend zu erhöhen

•          Die Verwaltung wird beauftragt, eine entsprechende Förderrichtlinie zur Umsetzung in der Gemeinde auszuarbeiten und dem Fachausschuss in der nächsten Sitzung zur Beschlussfassung vorzulegen.

•          Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit soll das Programm den Bürgerinnen und Bürger in einer Informationsveranstaltung ggf. in Zusammenarbeit mit heimischen Betrieben vorgestellt werden.

 

Mit dem Förderprogramm soll gegen den Trend der vermeintlich pflegeleichten Gartengestaltung durch sogenannte Schottergärten und die Reduzierung der Fülle an Vegetation auf privaten Grundstücken angekämpft werden. Auf drei Arten soll den Antragsstellern ein Anreiz zur Umgestaltung und zum Umdenken gegeben werden. Gefördert werden soll die Begrünung von aktuell befestigten Vorgärten (Kies, Pflaster, Asphalt etc.), die Begrünung von Dächern und die Begrünung von Fassaden und sonstigen Bauwerken (Mauern, Zäune etc.).

Die Kosten für die Maßnahmen von Privaten, Gewerbetreibenden, Vereinen, Verbänden und Organisationen sollten bis zu 80 % gefördert. Die Förderhöchstsummen könnten z.B. bei

•          Dachbegrünung 15.000 €,

•          Fassadenbegrünung 15.000 €,

•          Vorgartenbegrünung 2.000 € betragen.

 

Das beantragte Förderprogramm ist eine Reaktion auf die drastische Reduzierung der Fülle an Vegetation und Artenvielfalt auf den privaten Grundstücken und auf den starken Trend sogenannter Schottergärten, welche in den letzten Jahren in einer hohen Anzahl errichtet wurden. Diese sorgen nicht nur aufgrund ihrer Optik für Diskussionen, sondern haben weitreichend negative Auswirkungen.

Die Gründe für die Errichtung eines Schottergartens reichen von der mangelnden Zeit für die Pflege, über die nicht mehr vorhandene Vitalität der Besitzer, bis zur Maßnahme gegen „Unkraut“ oder gar einer selbst empfundenen Ästhetik dieser „Gärten“. Die Folgen dieser Art von „Garten“-gestaltung reichen von Insektensterben, über negative Auswirkungen auf das Mikroklima bis hin zur Beeinflussung des natürlichen Bodengefüges und des Wasserhaushaltes.

 

Jede und jeder Einzelne ist daher gefragt, um mit kleinen Taten gemeinsam etwas Großes gegen diese negative Entwicklung zu erreichen. Bürgerinnen und Bürger haben damit die Möglichkeit, wortwörtlich vor der eigenen Haustür anzufangen.

Die Vorteile durch eine Zunahme der Begrünung sind vielfältig. Allgemeine Vorteile sind:

•          Verbesserte Aufenthaltsqualität,

•          Vermeidung von Hitzeinseln,

•          Verbesserung der Lebensbedingungen und des Mikroklimas

•          Beitrag zur urbanen Biodiversität,

•          Verbesserung der Lebensbedingungen für Flora und Fauna,

•          Bindung von Luftschadstoffen,

•          Kohlenstoffspeicherung,

•          Sauerstoffproduktion.

Besondere Vorteile einer begrünten, wasserdurchlässigen Gartengestaltung

•          Schutz des Grundwassers,

•          Entlastung der Kanalisation.

•          Entgegenwirken einer Hochwassergefahr bei Starkregenereignissen.

Besondere Vorteile einer Dach- oder Fassadenbegrünung:

•          Gebäudeoptimierung: Wärmeverluste, Auskühlungseffekte und Gebäudekühlung werden reduziert, die Dämmwirkung erhöht,

•          Leistungssteigerung Photovoltaik-Anlage durch Kühleffekt,

•          Bindung Luftschadstoffe,

•          Absorbierung von Schall und Verkehrslärm,

•          Wasserspeicherung auf den begrünten Dächern.

Neben der einmaligen Förderung sollten die Antragssteller bei einer entsprechenden Umsetzung auch durch eine anteilige Ermäßigung der Niederschlagswassergebühr entlastet werden. Hier liegt bereits ein Arbeitsauftrag an die Verwaltung aus der Beratung des aktuellen Abwasserbeseitigungskonzeptes vor. Das Programm sollte unbürokratisch nach dem Windhundprinzip umgesetzt werden.

Unser Ziel ist es nach dem Vorbild anderer Städte und Gemeinden den aktuellen Trend zu Schottergärten umzukehren und einen neuen Trend hin zu begrünten, klima- und umweltfreundlichen Grundstücksgestaltung.