Fischessen mit guten Ratschlägen
Es geht kein Licht, kein Telefon, die Heizung bleibt aus, die Kühltruhen tauen auf, das Garagentor und elektrische Rollläden bleiben verschlossen“, schildert Reiner Belz. Nach dem wochenlangen Stromausfall in Wickede-Echthausen seit Anfang Oktober hat Echthausens Ortsvorsteher Rainer Belz zur persönlichen Krisenvorsorge aufgerufen. „Uns hat am meisten die Information in den ersten Stunden und ersten Tagen gefehlt“, schilderte Belz beim traditionellen Fischessen der CDU-Ortsunionen Nord in Bad Sassendorf die dramatischen Folgen des Ausfalls.
Im Mittelpunkt des Fischessens in Bettinghausen. Achim Ittermann, Dirk Dahlhoff, Angelika Kolkmann, Echthausens Ortsvorsteher Rainer Belz, Bürgermeister Malte Dahlhoff und Ortsunions-Vorsitzender Daniel Drees.Noch heute seien nicht alle Anschlüsse wieder in Betrieb, berichtete der Ortsvorsteher. Zwei große Stromaggregate liefen weiterhin, und Tiefbauarbeiten bestimmten noch immer das Dorfbild des 1000-Seelen-Ortes an der Ruhr. Bei einem Stromausfall funktioniere nichts mehr.
Belz empfahl konkrete Vorsorgemaßnahmen, wie sie auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät: Bürger sollten sich einen Lebensmittel- und Wasservorrat anlegen sowie einen gasbetriebenen Campingkocher mit passenden Kartuschen bereithalten. Für Wärme empfahl er den „Zwiebellook“ mit mehreren dünnen Kleidungsschichten, Schlafsäcke und einen Holzvorrat für Kaminöfen.
Als Lichtquellen sollten Taschenlampen mit aufgeladenen Batterien oder Kurbeltaschenlampen sowie Kerzen mit Feuerzeugen und Streichhölzern griffbereit sein. Zudem riet Belz zu einer kleinen Hausapotheke, einem batteriebetriebenen Radio und einem Bargeldvorrat. Elektronische Geräte und Powerbanks sollten regelmäßig aufgeladen werden.
Bürgermeister Malte Dahlhoff ergänzte, die Gemeinde bereite sich ebenfalls vor, könne aber nicht überall eingreifen. Die Feuerwehr helfe im Notfall, könne aber nicht flächendeckend tätig sein. Die Gerätehäuser seien als „Leuchttürme“ mit Licht und Wärme vorgesehen, das Schulzentrum als Sammelunterkunft konzipiert.
„Jeder sollte sich für die ersten 72 Stunden so vorbereiten, dass er das Leben allein organisieren kann“, betonte Dahlhoff. In Echthausen habe die Nachbarschaftshilfe hervorragend funktioniert, was in einem kleinen Dorf einfacher zu bewältigen sei als in städtischen Bereichen, so Belz.
Das traditionelle Fischessen der CDU-Ortsunion Bettinghausen, zu dem Gastwirt Franz-Josef Vogt leckere Köstlichkeiten auftischte wurde garniert durch Berichte aus den nördlichen Ortsteilen Bettinghausen, Weslarn und Ostinghausen. Dazu berichteten die Ortsvorsteher Achim Ittermann und Dirk Dahlhoff sowie Angelika Kolkmann für den verhinderten Jens Schlunz.